Ursprünge des Kaffees

Der zeitliche Ursprung des Kaffees ist nicht genau datierbar. Als sicher gilt jedoch, dass sich der Kaffee von Afrika und den arabischen Ländern aus zu einem der wichtigsten Handelsgüter der ganzen Welt verbreitete.
Als räumlicher Ursprung der heute am häufigsten gehandelten Kaffeesorte, der "Coffea Arabica", gilt das afrikanische Äthiopien. Man vermutet, dass bereits ab dem 14. Jahrhundert - möglicherweise sogar schon bis zu zwei Jahrhunderte früher - die ersten Kaffeeplantagen existierten. Der erste Kaffee aus einer Plantage war im arabischen Jemen erhältlich.

Bohnen und Pads

Verarbeitung

Die Verbreitung des Kaffees erfolgte im arabischen Raum nahezu von alleine. Vermutlich ist dies der leicht berauschenden Wirkung des Genussmittels zu verdanken, die den Moslems aufgrund des herrschenden Alkoholverbots äußerst willkommen war. Seine euphorisierende Wirkung hat der Kaffee seinem hohen Gehalt an Koffein zu verdanken. Mit einer steigenden Zahl von Handelswegen gab es auch eine steigende Zahl von Regionen, in denen der Kaffee immer mehr geschätzt wurde. Einen gravierenden Faktor stellte die Kolonialisierung des 17. Jahrhunderts dar, dank der Kaffee bald zu einem wichtigen internationalen Handelsgut wurde. Besonders wichtig in der Geschichte des Kaffees blieb jedoch Jemen. Die dortige Stadt Mokka etablierte sich für eine lange Zeit als Monopol für Kaffee. Ab der immer weiteren Verbreitung des Kaffees entwickelte sich, insbesondere in Europa, nach und nach der Trend der Kaffeehäuser. Das erste europäische Kaffeehaus befand sich ab 1554 in Istanbul, das erste deutsche Kaffeehaus wurde 1673 in Bremen eröffnet.

Kaffee und Espresso

Kaffee - deutsches Kultgetränk

Der Genuss von Kaffee war in Deutschland für lange Zeit der oberen Bevölkerungsschicht vorenthalten. Friedrich der Große verordnete im Laufe des 18. Jahrhunderts zugunsten der Staatseinnahmen, dass Kaffee nur in staatlichen Röstereien verarbeitet werden durfte. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts war der Kaffee, unter anderem dank der fortschreitenden Industrialisierung, allen Bürgern zugänglich. Heutzutage trinkt der durchschnittliche Deutsche etwa 150 Liter Kaffee pro Jahr. Somit hat sich der Kaffee hierzulande als echtes Kultgetränk etabliert.

Längst wird der Kaffee nicht mehr ausschließlich als langweiliger Filterkaffee getrunken. Ebenso gerne greift man zu Cappuchino, Latte Macchiato oder Espresso, gerne auch in der zeitgerechten Ausführung "to go". Aus den ursprünglichen Kaffeehäusern wurde eine Vielzahl an kleinen Cafés bis hin zu großen Ketten mit einer noch größeren Auswahl an Kaffee-Spezialitäten, die Cappuchino und Co am laufenden Bande verkaufen. Ein Espresso nach dem Essen beim Italiener ist heute ebenso normal wie der Latte Macchiato am Nachmittag in der Eisdiele.

Verwendung

Die Verwendung des Kaffees änderte sich stark mit der Zeit. Sein Weg führte von dem Konsum als Speise in zerquetschter und zu Kuchen verarbeiteter Form über den Genuss der Kaffeekirschen als Wein. Später wurde der Kaffee zu einem Arzneimittel gegen verschiedene Beschwerden und letztendlich wurde der Kaffee zu dem Genussgetränk verarbeitet, als das er heute wahrgenommen wird.
Der Kaffee als Getränk wurde zunächst aus den getrockneten Schalen der Kaffeekirschen hergestellt, indem diese mit heißem Wasser übergossen wurden. Der nächste Schritt war, die Kaffeebohnen zu trocknen und zu rösten und diese bei der Herstellung des Getränks hinzuzufügen. Erst später fing man an, den Kaffee mit Hilfe eines Mörsers zu mahlen.
Vor der Röstung werden die Bohnen als "Grüner Kaffee" bezeichnet. Während das braune Kultgetränk in erster Linie Abhilfe bei Müdigkeit schafft, gilt Grüner Kaffee, genauer gesagt Produkte aus den ungerösteten Kaffeebohnen, als Wundermittel gegen überflüssige Pfunde. Als Getränk hat sich jedoch der Kaffee aus gerösteten Bohnen weltweit durchgesetzt.
Egal jedoch, in welcher Form der Kaffee konsumiert wurde - schon immer wurde Kaffee aufgrund einer seiner Eigenschaften besonders geschätzt, die sich in dem arabischen Wort für die koffeinhaltige Bohne wiederfindet: "Qahwa" bedeutet so viel wie "Kraft" und gilt als Ursprung für unser heutiges Wort "Kaffee".

3 Kaffeebohnen Banner

Was ist Kaffee?

Kaffee wird aus Kaffeebohnen hergestellt. Die Kaffeebohnen sind die Samen von einer Art Steinfrucht, deren Früchte optisch an Kirschen erinnern. Daher werden sie auch als "Kaffeekirschen" bezeichnet. Meist finden sich zwei Kerne in jeder Frucht - seltener auch nur einer -, die von einer im unreifen Stadium grünen und im reifen Zustand roten oder gelben Kirschhaut umgeben sind. Aus diesen Kernen oder Bohnen wird der Kaffee gewonnen. Die Hülsen der Bohnen selbst werden als Pergamenthaut bezeichnet. Sie werden von einer schleimigen Schicht ummantelt.
Die Kaffeepflanze ist immergrün und existiert in rund 80 verschiedenen Sorten. Der Kaffee wird von zwei Hauptarten dominiert, der Coffea Arabica und der Coffea Robusta. Die mit einem Anteil von etwa 60 Prozent am Weltmarkt für Kaffee am weitesten verbreiteten Kaffeesorte stammt von der Arabica-Bohne. Der Kaffee aus ihr gilt als aromatisch und wenig bitter. Die Arabica-Bohne weist einen für Kaffee vergleichsweise hohen Fett- und Zuckeranteil auf. Ihr Koffeingehalt beträgt bis zu 1,5 Prozent.
Die Bohne der Coffea Robusta liegt mit einem Weltmarktanteil von knapp 40 Prozent etwas hinter der Coffea Arabica. Der aus ihr hergestellte Kaffee ist bitterer, aber auch vollmundiger und verfügt über einen etwa doppelt so hohen Koffeingehalt.